Klinik am Osterbach, Bad Oeynhausen - Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Fachabteilung für Tinnitus
Druckversion vom 30.05.2011
URL: http://www.klinik-am-osterbach.de/akustikusneurinom.html
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Sekretariat der Abteilung Stimm- und Sprachheilzentrum: Telefon 05731 159-603 |
Ein Akustikusneurinom (AN) ist ein gutartiger langsam wachsender Tumor in der hinteren Schädelgrube, ausgehend von der Nervenhüllenschicht des Gleichgewichtsnerven (VIII. Hirnnerv). Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren dringt das Neurinom weder in umliegendes Gewebe ein noch bildet es sog. Tochtergeschwülste. Es wächst jedoch verdrängend, sodass das umliegende Gewebe dadurch geschädigt werden kann.
Da der Tumor bevorzugt im inneren Gehörgang entsteht, wo neben den beiden (unteren und oberen) Anteilen des Gleichgewichtsnerven auch der Hörnerv verläuft, sind die Leitsymptome bei Akustikusneurinom, Hörsturz oder fortschreitende Hörminderung, Ohrgeräusche und in seltenen Fällen Schwindel oder Gesichtsnervenlähmungen.
Bei zunehmender Hörverschlechterung auf demselben Ohr sowie wechselnder Hörfähigkeit ist an ein Akustikusneurinom zu denken. Gefährlich wird der ansonsten gutartige Tumor durch sein verdrängendes Wachstum in der hinteren Schädelgrube mit der möglichen Folge einer Hirndrucksteigerung und Beeinträchtigung weiterer Hirnnerven.
Akustikusneurinom - Diagnose und TherapieNachgewiesen wird ein Akustikusneurinom durch ein
Kernspintomogramm, das zur Zeit die empfindlichste und genaueste
Untersuchungsmethode darstellt mit annähernd 100-prozentiger
Treffsicherheit. Zu dieser kostspieligen Untersuchung wird dann
geraten, wenn von HNO-ärztlicher Seite entsprechende klinische
Symptome und eine charakteristische Verzögerung der Nervenleitzeit
des 8. Hirnnerven in der sog. BERA* festgestellt werden.
*BERA: brainstem electrical response audiometry; "brainstem"
-> Hirnstamm; d.h. "Schwingungen" des Hirnstamms werden gemessen
("brainstem electrical response" -> "elektrische Antworten des
Hirnstamms") -> Hirnstammaudiometrie
Therapeutisch wird je nach Beschwerden und Größe des Tumors zu einem Beobachten bei sehr langsamem Tumorwachstum oder zu einer HNO-ärztlichen oder neurochirurgischen Operation oder zu einer Bestrahlungsbehandlung geraten. Letztere dient der Begrenzung des Tumorwachstums mit dem Vorteil einer nur geringen Beeinträchtigung angrenzender Hirnnerven, birgt aber die Gefahr narbig bedingter Spätkomplikationen wie Störung der Zirkulation des Hirnwassers und Irritation sensibler und motorischer Hirnnerven.
Akustikusneurinom - Nachsorge nach OperationDie rasche Anpassung des Organismus an die
veränderte Lebenssituation bei Akustikusneurinom, insbesondere nach
Op. ist Ziel therapeutischer Bemühungen, die das eingeschränkte
Hörvermögen, Ohrgeräusche, evtl. vorhandene Gesichtsnervenlähmung
und vorübergehenden Schwindel betreffen. Einer Abkürzung der
Anpassungsphase, die individuell sehr unterschiedlich lang sein
kann, dienen u.a. Koordinationsübungen bis zu der individuellen
Belastungsgrenze, krankengymnastische Übungsbehandlungen, ein
apparativer Ausgleich der Schwerhörigkeit, insbesondere
CROS-Geräte* bei Taubheit und gestörtem Richtungshören sowie
verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Sinne der
Tinnitusretrainingtherapie.
*CROS-Geräte (Contralateral-Routing-Of-Signals = Leitung des
Schallsignals von einer Kopfseite zur anderen).
Eine stationäre Anschlussheilbehandlung nach Akustikusneurinom -Op. ist sinnvoll zur zeitgleichen Verwirklichung aller genannten Anpassungsstrategien. Ebenso empfehlen wir den Anschluss an eine Selbsthilfegruppe, sodass Betroffene unter Leidensgenossen Erfahrungen austauschen können.
Akustikusneurinom - Nachsorge von operierten Neurinom-Patienten in der Klinik am OsterbachAufgrund möglichen postoperativen Schwindels, Tinnitus und Hörminderung folgt häufig ein erheblicher Leidensdruck, der auch eine Depression bewirken kann.
Unsere Tinnitusfachabteilung mit HNO-ärztlicher Betreuung arbeitet eng mit den benachbarten Abteilungen für Neurologie und Psychotherapeutische Medizin im Sinne einer interdisziplinären Versorgung der Patienten zusammen.
Im Hotelambiente erfahren Sie eine ganzheitliche Diagnostik und Therapie: enge Hals-Nasen-Ohrenärztliche Betreuung während des gesamten Klinikaufenthaltes, die Chefärztin ist zusätzlich Ärztin für Phoniatrie und Pädaudiologie, so dass Stimmstörungen und ein Engegefühl im Hals mitbehandelt werden können. Eine gegebenenfalls notwendige internistische Behandlung wie z.B. Blutdruckeinstellung ist im Haus möglich neben neurologisch/psychiatrischer Diagnostik.
Kognitiv verhaltenstherapeutische psychologische Therapie als Einzel- und Gruppentherapie ist jedem Patienten zugedacht. Orthopädische Diagnostik besonders der Halswirbelsäule ist durch enge Zusammenarbeit mit einem nahe gelegenen Orthopäden durchführbar. Krankengymnastische Einzeltherapie, Qi Gong und weitere Sportgruppen sind für das allgemeinkörperliche Muskelgleichgewicht vorgesehen. Massagen, Fangopackungen und Dauerduschanwendungen dienen der Muskelentspannung neben autogenem Training und/oder progressiver Muskelrelaxation.
Akustikusneurinom - Kostenübernahme
Vor stationärer Aufnahme sollte die Kostenübernahme zu Ihrem eigenen Schutz geklärt sein. Unserer Klinik gehört zu § 30 GewO und § 111 SGB V und arbeitet zusammen mit allen Kassen und Rentenversicherungsträgern.
Sollten Sie weitere Fragen haben, Hilfe bei den Formalitäten mit Ihrem Kostenträger oder bei der Einweisung benötigen, steht Ihnen unser Team in der Patientenaufnahme gern zur Verfügung: Tel.: 05731/159-706.
Wir freuen uns, Sie in unserem Haus begrüßen zu können.
Ihr Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach
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Aktualisiert am 30.05.2011