Klinik am Osterbach, Bad Oeynhausen - Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Fachabteilung für Tinnitus
Druckversion vom 10.11.2010
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Psychische Veränderungen bei Morbus Parkinson
James Parkinson, ein Londoner Arzt und Apotheker (1755 bis 1824), veröffentlichte als erster im Jahre 1817 eine Abhandlung über die so genannte Schüttellähmung, die 1884 von Jean Marie Charcot, einem berühmten französischen Nervenarzt, als Parkinson – Erkrankung oder Morbus Parkinson bezeichnet wurde.
Mit der Feststellung: „the senses and the intellect being uninjured “ hatte James Parkinson seinerzeit ausdrücklich daraufhin gewiesen, dass psychische Störungen und Störungen des Intellekts nicht zu dem von ihm beschriebenen Krankheitsbild gehören.
Somit thematisierten Besprechungen des Krankheitsbildes Morbus Parkinson lange Zeit nur das Spektrum der motorischen Einschränkungen. In den letzten Jahren setzte sich jedoch die Erkenntnis durch, dass Veränderungen der Psyche die Parkinsonerkrankung häufig begleiten und gelegentlich sogar den motorischen Störungen vorauseilen.
Im Einzelnen zeigen sich folgende Symptomenkomplexe bei Morbus Parkinson:
Zusammenfassend kann die Morbus Parkinson Erkrankung nicht als ausschließlich motorisches Phänomen aufgefasst werden, bei einem nicht unerheblichen Teil der Patienten mit Morbus Parkinson treten umschriebene milde kognitive Beeinträchtigungen, demenzielle Entwicklungen, Depressionen und Angstsymptome sowie psychotische Symptome auf.
Diese psychischen Alterationen können im Verlauf der Morbus Parkinson Erkrankung und mit zunehmenden Lebensalter des Patienten alleine oder in Kombination auftreten. Sie können die Versorgungssituation eines Parkinson-Patienten und die Lebensqualität zum Teil stärker beeinträchtigen als die motorischen Einschränkungen.
Daher sind erfolgreiche Behandlungsstrategien erforderlich, um die zum Teil sehr komplexen Problemkonstellationen positiv zu beeinflussen. Neben Modifikation der aktuellen Morbus Parkinson Medikation kommen bei der medikamentösen Strategie die neueren Antidepressiva und atypische Neuroleptika, gelegentlich Antidementiva und Nootropika zum Einsatz.
Bei den depressiven Störungen und Angstsymptomen können psychotherapeutische Verfahren den Verlauf positiv beeinflussen.
Da bekannt ist, dass die motorischen Symptome der Morbus Parkinson Erkrankung durch psychischen Stress verstärkt werden, sollte die Stressbewältigung verbessert werden. Entspannungsverfahren und das Training sozialer Fähigkeiten beeinflussen die Lebensqualität und den Verlauf der Morbus Parkinson Erkrankung ebenfalls positiv.
Dr. W. Jütte
Arzt für Neurologie
Arzt für Psychiatrie
- Sozialmedizin – Rehawesen -
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Aktualisiert am 10.11.2010