

Bei der Psychogene n Aphonie handelt es sich um eine Stimmerkrankung, bei der der Betroffene nur noch flüstern kann, d.h. die Stimme ist vollkommen tonlos.
Die Ursachen, die zu dieser Tonlosigkeit führen können, sind im psychisch-seelischen Bereich zu suchen, wie unverarbeitete Schreck- oder Schockerlebnisse, stimmlich unterdrückte Gefühle wie Angst, Wut und Trauer, Depressionen, Überlastung durch Stress, Neurosen und untragbar erscheinende Lebenssituationen.
Von der Psychogenen Aphonie sind überwiegend Frauen betroffen.
Folgende Symptome können auf das Vorliegen einer Psychogene n Aphonie hinweisen:
Das Vorliegen einer Psychogene n Aphonie kann anamnestisch festgestellt und durch eine zusätzliche ärztliche Untersuchung bei einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Phoniatrie (Facharzt für Stimmerkrankungen) bestätigt werden. Bei der Kehlkopfspiegelung sind oft extreme Verspannungen des Kehlkopfes mit vorgewölbten Taschenfalten bei fehlendem Stimmlippenschluss sichtbar; die Stimmlippen zeigen sich durch den extrem hohen Anblasedruck häufig gerötet. Weiterhin ist es interessant, dass trotz gepresst-krächzender bzw. tonloser Stimme ein stimmhaftes Husten möglich ist.
Bei der Psychogene n Aphonie handelt es sich um eine große psychisch-seelische Notlage für den Patienten. Die tonlose Stimme zeigt sich häufig als ein Flucht- und Abwehrverhalten des Betroffenen, um bedrohliche Gefühle bzw. untragbar scheinende Lebenssituationen nicht stimmlich ausdrücken zu müssen.
Die Therapie einer Psychogene n Aphonie erfolgt durch eine logopädische Behandlung und begleitend durch psychotherapeutische Gespräche.
Die Inhalte der logopädischen Stimmtherapie umfassen aufklärende Gespräche über die Zusammenhänge zwischen Stimme und Psyche, Entspannungsübungen, die Schulung und Wahrnehmung der Atmung und des Körpers, Hörtraining sowie das Anbahnen einer ökonomischen Atem- und Stimmtechnik. Gute Heilerfolge von der Psychogene n Aphonie haben sich gezeigt durch die Kopplung von Funktionaler Stimmarbeit mit psychotherapeutischen Methoden.
Die von einem Arzt für Phoniatrie/HNO-Heilkunde eingeleitete Therapie erfolgt durch Stimmtherapeuten wie Logopäden und Atem-, Sprech- und Stimmlehrer sowie Psychologen und wird zunächst ambulant durchgeführt. Sollte sich nach maximal 20 ambulanten logopädischen Therapieeinheiten neben ambulant laufender Psychotherapie keine wesentliche Besserung eingestellt haben, ist eine stationäre fachspezifische Behandlung in einem Stimm- und Sprachheilzentrum erforderlich.
Bei einer Stimmheilmaßnahme ist der Abstand von der Alltagssituation therapeutisch bedeutsam neben allgemeinkörperlicher Tonusregulierung über Sport- und Physiotherapie, der Möglichkeit der Problembearbeitung über kognitiv verhaltenstherapeutisch ausgerichtete psychologische Therapie sowie dem wichtigen Austausch mit Mitbetroffenen. Es handelt sich um ein biopsychosoziales Krankheitsbild, das ganzheitlich behandelt wird.
Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ihr Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach
Sekretariat der Abteilung Stimm- und Sprachheilzentrum:
Telefon 05731 159-603
Fax 95731 159-704
Email Luecke@Klinik-am-osterbach.de
zur Abteilung Stimm- und
Sprachheilzentrum

Chefärztin Dr. med. Sabine Kessler
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Aktualisiert am 27.08.2010