Neben einer aktivierenden Pflege sind umfassende therapeutische Maßnahmen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, um das bestmögliche Rehabilitationsergebnis zu erzielen. In der Klinik am Osterbach helfen Ihnen dabei Therapeuten der verschiedenen Abteilungen, um die verbliebenen Defizite soweit wie möglich zu verringern und um eine bestmögliche Lebensqualität nach Rückkehr in die eigenen vier Wände zu ermöglichen.
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Sehr geehrte Versicherte,

 

hier sehen sie unser Original - Verordnungsblatt wie es derzeit in der Abteilung PTH (Psychotherapeutische Medizin) der Klinik Am Osterbach Verwendung findet.

Bezüglich der Anrede habe ich zur Förderung der Übersichtlichkeit die weibliche Form gewählt, da weiterhin ca. 70% der Versicherten, die unsere Behandlung in Anspruch nehmen, Frauen sind.

Zum Verständnis des gesamten Therapieangebotes unserer Abteilung sind einige Erläuterungen erforderlich. Falls Sie sich die Zeit dafür nehmen wollen, empfehle ich Ihnen, auch unsere Konzepte zu lesen, die im Internet stehen und die wir Ihnen auf Wunsch auch gerne zuschicken.

In den Konzepten sind die einzelnen Therapieformen (also z.B. Körperwahrnehmung, Tanztherapie, Lichttherapie) detailliert beschrieben.

Jede Versicherte wird in eine Bezugsgruppe integriert und erhält tiefenpsychologisch fundierte, verhaltenstherapeutische, bei entsprechender Indikation traumaspezifisch ausgerichtete, Gruppentherapie in ihrer Basisgruppe, je nach Indikation zwei- oder dreimal die Woche (insgesamt 200 Minuten bzw. 240 Minuten).

Des Weiteren erhält jede Versicherte als Basistherapie zweimal die Woche Kunsttherapie in der Gruppe bei ihrer/m Bezugs-Kunsttherapeutin/en, die bzw. der fest mit der ärztlichen oder psychologischen Bezugstherapeutin bzw. dem Bezugstherapeuten zusammenarbeitet (insgesamt 180 Minuten).

Zusätzlich erhält jede Versicherte ein Einzelgespräch von üblicherweise 50 Minuten pro Woche, je nach Indikation verhaltenstherapeutisch,  tiefenpsychologisch oder eben traumaspezifisch und hat die Möglichkeit, die therapeutischen/ärztlichen Sprechstunden nach Bedarf zu besuchen.

Wichtig! Die Zuordnung zur Basisgruppe erfolgt im Vorfeld durch die Chefärztin oder den Leitenden Oberarzt anhand der vorliegenden Unterlagen, die unserer Klinik von der Rentenversicherung, der Krankenkasse oder anderen Kostenträgern zur Verfügung gestellt werden!

Aus diesem Grund sind aussagekräftige Unterlagen/Informationen für einen von Anfang an gelingenden Therapieprozess unbedingt erforderlich.

Anfragen, Rückfragen, besondere Anliegen können Sie gerne an unsere Aufnahme

Frau Dahlmeier
Telefon 05731 159-706
Fax 05731 159-704

Frau Meihöfer
Telefon 05731 159-707
Fax 05731 159-704

bzw. an unser Chefarztsekretariat (Frau Wunderlich 05731 159-622) richten.

Bei  therapeutischen Fragestellungen (ist die Abteilung geeignet für mein therapeutisches Anliegen?, kann auf meine bestehende körperliche Erkrankung/Behinderung ausreichend eingegangen werden ?) steht auch die Teamleitung (Dr. Stroop und Dr. Hinrichs) für Sie zur Verfügung.

Bei solchen, oft komplexeren, Fragestellungen hat es sich auch bewährt, Anfragen per e- mail zu formulieren.

Kunsttherapie kann bei gegebener Indikation auch im therapeutischen Einzelkontakt zusätzlich zur Gruppe angewendet werden (ein bis maximal zwei Sitzungen wöchentlich), um therapeutische Prozesse zu vertiefen.

Dieses vertiefende Angebot wird individuell zwischen der Versicherten, der Bezugstherapeutin/dem Bezugstherapeuten und den Kunsttherapeuten abgesprochen.

Ein weiteres Therapieangebot bei spezieller Indikation ist ebenso das berufsbezogene Coaching,

das von einer unserer Kunsttherapeutinnen angeboten wird, die sich zusätzlich zum Coach der Wirtschaft weiterqualifiziert hat. Dieses Zusatzangebot wird ebenfalls individuell abgesprochen.

Weitere Basistherapieangebote für alle in der PTH behandelten Versicherten sind die Vorträge unserer Ernährungsberaterinnen und die Vorträge unserer Sozialarbeiterin Frau Kopka.

Diese Vorträge sollen Sie informieren und dazu befähigen, Ihren weiteren Beratungsbedarf im Einzelsetting besser einzuschätzen.

Versicherte haben die Möglichkeit zur Einzelernährungsberatung und zur Einzelsozialberatung, wobei für die Sozialberatung eine Sprechstunde und längere Einzelsitzungen zur Verfügung stehen. Da der überwiegende Anteil unserer Versicherten einen deutlichen Bedarf an Sozialberatung aufweist, ist es sehr wichtig, sich hier zeitnah nach der Aufnahme anzumelden, da bei komplexen Fragestellungen auch mehrere Termine erforderlich sein können.

Für Versicherte, denen ihre vollwertige Ernährung am Herzen liegt, die an ihrer Selbstfürsorge und Achtsamkeit auch in diesem Bereich arbeiten möchten, ist unsere Kochgruppe, geleitet von unseren Ernährungsberaterinnen, sehr empfehlenswert.

Versicherte, die am Behandlungsstrang MBOR teilnehmen (medizinisch beruflich orientierte Rehabiltation) erhalten als Bestandteil ihrer Basistherapie eine spezielle berufsorientierte sozialtherapeutische Gruppe durch unsere Sozialarbeiterin, die auch praktische Übungs- und Recherchezeiten am PC beinhaltet.

Selbstverständlich erfolgt parallel zur psychotherapeutischen Untersuchung und Anamneseerhebung auch eine ärztliche Untersuchung und Basisdiagnostik. Weiterführende Diagnostik wird je nach bestehender Indikation gezielt und bewusst sparsam eingesetzt, da der psychosomatisch / psychotherapeutische Prozess im Vordergrund steht.

Im Hause stehen für konsiliarische Untersuchungen bei vorliegender Indikation FachärztInnen im Bereich Innere Medizin, HNO/Phoniatie und Neurologie zur Verfügung. Eine kontinuierliche fundierte allgemeinärztliche Betreuung und Versorgung findet bei Ihrer Bezugsärztin bzw. Ihren ärztlichen Bezugstherapeuten und unserer Pflege im Rahmen unserer Abteilung statt.

Sparsamkeit bei der Diagnostik bedeutet für uns selbstverständlich nicht, den Körper „außen vor zu lassen“ sondern dieser wird bewusst in den psychosomatischen Therapieprozess einbezogen, wie es unser breites Therapieangebot im Bereich der Körper- und Bewegungstherapie, der Physiotherapie und der Entspannungsverfahren auch abbildet.

Angesichts der unterschiedlichen körperlichen Verfassung und körperlichen Erkrankungen unserer Versicherten, aber auch schon bedingt durch unterschiedliche Lebensalter, wird das Therapieprogramm in diesem Bereich bewusst für jede Versicherte individuell festgelegt.

Hierbei soll ausdrücklich auf die Wünsche der Versicherten eingegangen werden, wobei die verordneten Therapien natürlich auch geeignet sein sollen, die Versicherten den besprochenen  Reha-Zielen näher zu bringen und sie weder zu über- noch zu unterfordern.

Grundsätzlich sollen sich aktivierende, sportliche Therapien mit ruhigen, im besonderen wahrnehmungsorientierten, Therapien abwechseln und positiv ergänzen, wobei mit den körperlich/seelischen Grenzen achtsam und im Sinne eines heilsamen ressourcenorientierten Aktivierungsprozesses umgegangen wird. Hierzu benötigen und erhalten wir im Verlauf kontinuierliche Rückmeldungen unserer Versicherten, um das Therapieprogramm individuell möglichst stimmig gestalten zu können.

Es gibt in diesem Bereich weiterführende Therapieangebote, die sich aus dem therapeutischen Prozess ergeben, z.B. verschiedene Formen von Wutarbeit oder die Annäherung an das Element Wasser im Einzelsetting, der Einfachheit halber „Schwimmen lernen“ genannt.

Einen sehr wichtigen Baustein jeder Psychosomatischen Rehabilitation stellt auch die Ergotherapie dar, die es den Versicherten ermöglicht, ihre Konzentration, Merkfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit in einem therapeutischen und angstfreien Rahmen anzuschauen, zu überprüfen und zu trainieren. Die sichtbaren schönen Ergebnisse z.B. der Werkgruppe oder der Projektgruppe können dann mit nach Hause genommen werden, bzw. kommen der gesamten Patientengemeinschaft/Abteilung zu gute. Im Rahmen unseres Therapieangebotes zur MBOR (Medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation) gehören zum Basistherapieprogramm (siehe oben) der geschlossen anreisenden Therapiegruppe jeweils zwei Ergotherapeutische Projektgruppen, um eine intensive Beschäftigung mit dem Thema „Wiedergewinnung der Handlungsfähigkeit“ zu gewährleisten.

Auf dem Verordnungsplan sehen Sie unter der Rubrik „Ärzte und Therapeuten“ noch drei Indikative Gruppen, die zusätzlich zum Basistherapieprogramm verordnet werden können:

 

  • Die Info Gruppe Depression, die Sie durch Weiterbildung zum Thema Depression befähigen soll, mit Ihrer Erkrankung kompetenter und selbstfürsorglicher umzugehen und in der Sie alle Fragen zum Thema Depression, Psychotherapie und Psychopharmakotherapie stellen können.
  • Die „Selbstregulationsgruppe“, eine übende Gruppe in der durch verschiedene Imaginationen an der Selbststabilisierung, Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit gearbeitet wird und die für Patienten mit Ängsten, Stimmungsschwankungen, Intrusionen  geeignet ist, die motiviert sind, sich auf innere Bilder und Symbole einzulassen.
  • Die Gruppe „Seele und Körper“ ist vorgesehen als zusätzliches Angebot für Versicherte mit psychosomatischen/somatoformen Störungen und soll durch eine Mischung aus Information, Selbsterfahrung und Austausch in der Gruppe den Versicherten ermöglichen, ihren persönlichen Dialog zwischen Seele und Körper kennen zu lernen, mit dem Ziel, eigene Ressourcen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen, eigene Grenzen anzuerkennen und durch mehr Balance auf Dauer ein Mehr an Lebensqualität für sich zu erreichen.

 

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung, dazu beigetragen zu haben, unser Angebot für Sie transparenter und übersichtlicher zu machen,

 

Ihre Dr. Anke Stroop

Chefärztin PTH

 






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