Die Klinik am Osterbach Bad Oeynhausen ist eine Klinik für Anschlussheilbehandlungen, AHB: Phase D und Postprimäre Rehabilitation, PPR: Phase C. Es gibt die Abteilung für Neurologie mit neurologischer Psychosomatik, Abteilung für Psychotherapeutische Medizin und eine Fachabteilung für Tinnitus im Stimm- und Sprachheilzentrum.
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Schmerz bei PPS

Das Post-Polio-Syndrom tritt meist 10 bis 30 Jahre nach der Akuterkrankung auf. Die Hauptsymptome sind Muskelschwäche und neu auftretende Lähmungen, vermehrte Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit und vor allem Schmerz. 80% der Patienten mit Post-Polio-Syndrom klagen über Muskel schmerz, 75% über Gelenk schmerz. Dabei kann der Gelenk schmerz häufig als logisch erklärbare Folge der Lähmung gesehen werden, durch mechanische Veränderungen und Abnutzung der Gelenke und durch Überbelastung bei fehlender muskulärer Stabilisierung. Die Muskelschmerzen und Lähmungen sind aber wohl zum größten Teil spezifische Beschwerden im Sinne eines Post-Polio-Syndroms. Sie treten typischerweise auch in Ruhe auf und erinnern viele Patienten an den Schmerz bei der Akuterkrankung.

Wenn ein Patient vermehrt Schmerz bei Post-Polio-Syndrom empfindet und zusätzlich noch neue Lähmungen auftreten, macht er sich naturgemäß Sorgen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Stimmungslage und letztlich darüber wieder zu einer vermehrten Schmerzempfindlichkeit. Häufig sind von dem Post-Polio-Syndrom auch Patienten betroffen, die eher sehr willensstark über ihre Erkrankung weggegangen sind und die sich häufig überfordert haben. Deswegen gehört zu einer erfolgreichen Schmerz behandlung ein ganzheitliches Konzept mit:

  • passiven physikalischen Maßnahmen (Lymphdrainage, Wärmebehandlung)
  • speziellen schmerz therapeutischen Maßnahmen (TENS-Behandlung, Reizstrombehandlung und medikamentöse Therapie)
  • Entspannungstherapien
  • Sport- und Bewegungstherapie ohne Überanstrengung
  • gezielte Schmerz therapie im orthopädischen Bereich (Injektionen an schmerzhaften Sehnen, Triggerpunktbehandlung, Facetteninfiltrationen der Wirbelsäule, medikamentöse Therapie, ggf. Orthesen und speziell angepasste Hilfsmittel zum Gelenkschutz)
  • Umstellen der Lebensplanung, um Überanstrengung zu vermeiden

Gerade der letzte Punkt ist sehr wichtig. Patienten mit Schmerz bei Post-Polio-Syndrom neigen häufig dazu sich zurückzuziehen, dadurch fixieren sie sich aber oft vermehrt auf ihre Beschwerden. Deswegen ist es wichtig einerseits Aktivitäten aufrecht zu erhalten, aber andererseits sehr anstrengende Tätigkeiten eher zu vermeiden bzw. sich dabei Hilfen zu holen. Hierzu gehört z. B. für längere Wegstrecken einen Rollstuhl zu benutzen (ggf. Elektrorollstuhl oder sich schieben lassen), um Überlastungen zu vermeiden ohne die Aktivitäten einzuschränken.  

Eine solche Anpassung an die eigene Leistungsfähigkeit ist oft ein schwerwiegender Einschnitt und bedeutet, von manchen Lebenszielen Abschied zu nehmen. Hier kann eine Psychotherapie unterstützend wirken, um die eigene Lebensplanung den Möglichkeiten anzupassen. Wichtig ist aber immer, dass der Patient dies auch will, da er letztlich für sein Lebenskonzept verantwortlich ist.  

Ein solche Bestandsaufnahme und Umstellung gelingt oft am besten, wenn man nicht im normalen Alltagsstress steht. Es bietet sich eine Rehabilitationsmaßnahme an, da bei einer solchen sowohl auf die körperlichen Defizite eingegangen wird als auch die psychische Situation des Einzelnen bearbeitet werden kann.  

Die Klinik am Osterbach ist eine Rehabilitationsklinik mit einer eigenen Abteilung für neurologische Psychosomatik. Durch die Neurologische Abteilung steht hier die gesamte Infrastruktur einer Neurologie zur Verfügung, inklusive einer großen Krankengymnastik, einer Ergotherapie und einer Sporttherapie geleitet durch Neurologen und Rehabilitationsmediziner. In der neurologischen Psychosomatik wird eine intensive Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchgeführt. Außerdem gibt es eine Schmerz bewältigungs gruppe und es werden hier Hilfestellungen zur Lebensplanung und Lebensumstellung gegeben. Durch eine entsprechende physikalische, psychologische und Physiotherapie lassen sich die Spätfolgen des Post-Polio-Syndroms und auch Schmerz bei Post-Polio-Syndrom eindeutig mildern und eine entsprechend gute Lebensqualität erhalten.

Wir freuen uns, Sie in unserem Haus begrüßen zu können.

Weitere Informationen

Sekretariat der Abteilung Neurologie:

Telefon 05731 159-713
Fax 95731 159-704

Email Knauf@klinik-am-osterbach.de

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