Wie entstehen Stimmstörungen? Stimmstörungen beruhen auf Erkrankungen organischer, funktioneller, hormoneller und/ oder psychischer Genese (= Entwicklung). In unserer Klinik werden alle auftretenden Formen von Stimmerkrankungen/ Stimmstörungen unter einem ganzheitlichen Therapieansatz behandelt.Die Klinik am Osterbach Bad Oeynhausen ist eine Klinik für Anschlussheilbehandlungen, AHB: Phase D und Postprimäre Rehabilitation, PPR: Phase C. Es gibt die Abteilung für Neurologie mit neurologischer Psychosomatik, Abteilung für Psychotherapeutische Medizin und eine Fachabteilung für Tinnitus im Stimm- und Sprachheilzentrum.
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Stimmstoerungen

1.  Wie entstehen Stimmstörungen?

Stimmstörungen beruhen auf Erkrankungen organischer, funktioneller, hormoneller und/ oder psychischer Genese (= Entwicklung). In unserer Klinik werden alle auftretenden Formen von Stimmerkrankungen/ Stimmstörungen unter einem ganzheitlichen Therapieansatz behandelt.  

a) Funktionelle Stimmstörungen bezeichnen die Störung der Sprechstimme (funktionelle Dysphonie) und/ oder die Störung der Singstimme (Dysodie).  

b) Organische Stimmerkrankungen umfassen alle genetisch bedingten oder erworbenen Abweichungen (z.B. Zustand nach Operationen) der anatomischen Struktur des Stimmapparates.  

c) Psychogene Stimmstörungen sind häufig Ausdruck psychosomatischer bzw. psychosozialer Störungen. Auslösend können psychische Belastungen oder Stresssituationen sein. Bei psychogenen Stimmstörungen kann sowohl eine Stimmstörung als auch eine Stimmlosigkeit auftreten.  

d) Hormonelle Stimmstörungen beruhen auf pathologischen Veränderungen des Hormonhaushaltes, die die Stimmhöhe, Klangfarbe, Dynamik und Stimmumfang beeinträchtigen können.

2. Welche Symptomatik zeigt sich bei Stimmstörungen oder kann sich zeigen?   

Eine fehlende Feinabstimmung der Stimmlippen beim Sprechen kann zu Heiserkeit, Sprechanstrengung, Räusperzwang, Atemstörung, Engegefühl im Hals, Fremdkörpergefühl, Ermüdbarkeit, Hüsteln, Missempfindungen am Hals und Kehlkopf und/oder Verlust der Kontrolle der Sprechstimmlage und/oder Schluckbeschwerden führen.

Die Störung des Klanges kann von Stimmlosigkeit (Aphonie) und Verhauchtsein über eine belegte, raue, gepresste Stimme bis hin zur Taschenfaltenstimme reichen. Hauptmerkmal dieser Stimmstörungen ist eine nicht mehr leistungsfähige Stimme.

3. Übersicht über Diagnostik und Therapie der jeweiligen Stimmstörungen    

Der ganzheitliche Therapieansatz beruht auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit von LogopädInnen, Atem-, Sprech- und StimmlehrerInnen, PsychologInnen, Physio,- und SporttherapeutInnen, Yogalehrerin, MasseurInnen, der Chefärztin (Fachärztin für HNO, Phoniatrie und Pädaudiologie) und einer HNO- Ärztin. Bei Bedarf werden InternistInnen, NeurologInnen und /oder Psychotherapeuten für die Diagnostik und die Therapie bei Stimmstörungen im Hause hinzugezogen. Die Therapie  wird durch moderne diagnostische Verfahren  unterstützt und begleitet. Bei Schlaflosigkeit, Nackenverspannungen und Kopfschmerzen ist Akupunktur möglich.  

Die Stimmtherapie bei Stimmstörungen setzt sich aus folgenden Inhalten und Schwerpunkten zusammen:

  • Entwicklung und Rückgewinnung des Körperbewusstseins, um den Körper für die Stimme als Instrument nutzbar zu machen  
     
  • Sensibilisierung des Gehörs zur Schulung der auditiven Eigen- und Fremdwahrnehmung  
     
  • Gesamtkörperlicher Spannungsausgleich und Erarbeitung einer physiologischen Aufrichtung zur Atmungserleichterung und einer ökonomischen Stimmgebung  
     
  • Wahrnehmung und Regulierung der Atmung (3-teiliger Atemrhythmus) zur Nutzung eines stimmlich ökonomischen Umganges durch Erarbeitung einer costo- abdominalen Atmung  
     
  • Training des Stimmapparates und der damit in Zusammenhang stehenden Muskulatur  
     
  • Erarbeitung einer belastbaren und tragfähigen Stimme, (z.B. durch Weitung der Resonanzräume, Erarbeitung entspannter, weicher Stimmeinsätze, etc.)  
     
  • Arbeit an der Artikulation zur Unterstützung einer physiologischen Stimmgebung  
     
  • Entwicklung und Erarbeitung der Zusammenhänge zwischen Artikulation, Stimme, Atmung und Haltung
  • Stimmhygiene  

 „Stimme ist die Arbeit an der ganzen Person“ (Gundermann 1987), somit ist die Stimmtherapie bei Stimmstörungen für uns nicht nur die Arbeit an stimmlichen Symptomen, sondern bezieht die gesamte Persönlichkeit der PatientInnen mit ein. 

4. Besonderheiten der Behandlung bei Stimmstörungen  

Der stationäre Aufenthalt dauert ca. 4 Wochen. Die Inhalte der Stimmtherapie werden in täglicher Einzel- und Gruppentherapie vermittelt.

Unterstützend wirken dabei die Sport-, physikalische und psychologische Therapie im Sinne eines ganzheitlichen Therapieansatzes.

Die PatientInnen werden dabei angeleitet, eigenverantwortlich zu arbeiten. Dabei ist ein wichtiger Aspekt, gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten für ein selbständiges Üben sowie Hilfe zur Selbsthilfe zu entwickeln bzw. neu erlernte Verhaltensweisen in den Alltag umzusetzen.  

Ziel der stationären Therapie ist eine umfassende Rehabilitation der stimmlichen, körperlichen und seelischen Gegebenheiten, sowie das Erlernen des individuellen Umganges mit diesen, um im Berufs- und Lebensalltag den Anforderungen nachgehen zu können. Über die Arbeit an der Kommunikationsfähigkeit wird die Teilhabe an Alltag und Beruf verbessert.  

Abhängig von den organischen und psychischen Voraussetzungen des Patienten wird eine Stimme erarbeitet, die den Alltagsbelastungen standhalten soll.

Unser Team leistet dabei Hilfestellung für das Finden realistischer Ziele.  

In der Nachsorge wird beim Finden geeigneter, weiterführender Therapieplätze Unterstützung durch die Therapeuten gewährleistet.

Wir freuen uns, Sie in unserem Haus begrüßen zu können.  

Ihr Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach

Weitere Informationen

Sekretariat der Abteilung Stimm- und Sprachheilzentrum:

Telefon 05731 159-603
Fax 95731 159-704

Email Luecke@Klinik-am-osterbach.de

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