

Neben einer aktivierenden Pflege sind umfassende therapeutische Maßnahmen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit notwendig, um das bestmögliche Rehabilitationsergebnis zu erzielen. In der Klinik am Osterbach helfen Ihnen dabei Therapeuten der verschiedenen Abteilungen, um die verbliebenen Defizite soweit wie möglich zu verringern und um eine bestmögliche Lebensqualität nach Rückkehr in die eigenen vier Wände zu ermöglichen.
Die Mitarbeiterinnen der krankengymnastischen Abteilung arbeiten schwerpunktmäßig auf neurophysiologischer Grundlage nach dem Bobath-Konzept. Im Einzelfall kommen aber auch andere Therapieformen zur Anwendung (PNF, Feldenkrais, manuelle Therapie usw.). Ziel ist die Regulierung der Muskelspannung, die Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts, die Schmerzreduzierung und die Verbesserung von Kraft und Ausdauer, um letztlich damit eine bessere Bewegungs- bzw. Gehfähigkeit zu erzielen.
In der Ergotherapie wird die persönliche Selbständigkeit in den Bereichen des täglichen Lebens wie Anziehen, Waschen, Essen oder Haushaltsführung mittels eines Selbsthilfetrainings gefördert. Über mögliche Hilfsmittel erhalten Sie eine eingehende Beratung sowie Erprobungsmöglichkeiten. Die Versorgung von Hilfsmitteln kann ebenfalls durch uns geleistet werden.
Sport und Bewegung haben vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen. So kann man durch regelmäßige Bewegung vielen Krankheiten aktiv vorbeugen bzw. deren Heilung wirksam unterstützen. In der Sporttherapie wollen wir Ihnen helfen herauszufinden, welche Formen des Sports und der Bewegung für Sie geeignet sind und wie diese Ihre Gesundheit fördern können.
Unterstützt wird die Sporttherapie durch hydrobalneologische Maßnahmen (Wasseranwendungen, Kneipptherapie, Bäder) in Verbindung mit Packungen, verschiedenen Massagetechniken, Elektrotherapie und Inhalationen.
Bei vielen neurologischen Erkrankungen sind die Sprache oder das Sprechen beeinträchtigt. Deshalb spielt die Sprachtherapie in unserem Haus eine große Rolle. In Einzeltherapien werden mit Hilfe von Bildmaterial, schriftlichen Übungen und mit computergestützten Therapieprogrammen gezielt sprachliche Funktionen gefördert. Bei Kau- und Schluckstörungen werden nach einer speziellen Diagnostik (transnasale Endoskopie) Bewegungsübungen zum Anbahnen des Schluckaktes (facio-orale-Trakttherapie) durchgeführt. Außerdem wird, soweit nötig, eine Anpassung der Kostform und des Essverhaltens an die Störung vorgenommen. Eine HNO-ärztliche Mitbehandlung im Hause ist möglich.
Da viele neurologische Erkrankungen auch Störungen der Aufmerksamkeit oder Konzentration bewirken, führen wir in unserer neuropsychologischen Abteilung ein zum Teil computergestütztes Hirnleistungstraining durch. Hier besprechen wir mit Ihnen auch die Bedeutung der Krankheitsfolgen und helfen Ihnen bei der Verarbeitung der Erkrankung.
Unser Sozialdienst hilft Ihnen bei der Klärung der beruflichen, finanziellen, familiären und häuslichen Situation. In Gesundheitsschulungen werden Informationen vermittelt und Übungen in kleinen Patientengruppen durchgeführt, um einen lang anhaltenden Therapieerfolg durch eine veränderte Lebenseinstellung zu sichern.
Unsere therapeutischen Abteilungen:
Therapiekonzept Tinnitus
Das Therapiekonzept ist ausgelegt in Anlehnung an die Tinnitus-Retraining Therapie, der zur Zeit erfolgreichsten Behandlungsmethode von Ohrengeräuschen. Ein Tinnitus-Retraining Team (HNO-Arzt, Psychologe, Akustiker) betreut Sie im Haus, eine enge persönliche ärztliche und therapeutische Betreuung erwertet Sie, um gemeinsam das Problem anzugehen.
Sport- und physiotherapeutische Maßnahmen sorgen für die allgemeinkörperliche Muskeltonusregulierung. Die Halswirbelsäule erfährt besondere Zuwendung über krankengymnastische Einzeltherapie. In psychologischer verhaltenstherapeutischer Einzeltherapie werden persönliche Schwierigkeiten, z. B. Hilflosigkeits- und Ohnmachtgefühle, Ängste bis hin zu Depressionen bearbeitet. Psychologische Gruppentherapien dienen der Weitergabe von Stressbewältigungstechniken wie Autogenes Training, PMR ode Qi Gong (letzteres durch Sporttherapeuten) oder Yoga (durch Yoga-Therapeutin).
In einer
Tinnitusgruppe werden Wege der bewussten Abkopplung von Tinnitus erarbeitet, um
Tinnitus durch die neu zu erlernende Wahrnehmung anderer Lebenseindrücke außer
den Ohrgeräuschen als nicht störend zu empfinden. Hörwahrnehmung wird
verbessert. Apparate wie Noiser (Tinnitusmasker im Rahmen der
Tinnitus-Retraining Therapie) oder Hörgeräte werden erprobt. Die Chance der
Betroffenheit mit Ohrgeräuschen liegt in einer besinnlicheren Lebensführung mit
mehr Raum und Rücksicht auf die eigene Person, der Verbesserung der
zwischenmenschlichen Beziehungen und dem neu erlebten
Selbstwert.
Arbeitskonzeption - Psychologie (T i n n i t u s )
Einleitung
Therapieprozess; Definition,
Durchführung
Struktureller Rahmen
Einleitung
Die
psychologische/psychotherapeutische Arbeit konzentriert sich im
Rahmen der Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) - (Konzept siehe
nachfolgend !) auf die Identifizierung und Bearbeitung
psychosozialer Problemkonstellationen sowie einer möglichen
psychisch/emotionalen Begleitsymptomatik vor dem Hintergrund der
Tinnitusproblematik und dessen unangemessenen und
belastungsverstärkenden kognitiv/emotionalen Einflüsse als
psychologische Determinanten dieser Belastungsthematik.
Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) ist als langfristige
Bewältigungsstrategie von ½ -2 Jahren konzipiert und wird im Rahmen
stationärer Anwendung angebahnt, 'auf den Weg gebracht'.
Die ggf. ärztliche Verordnung/Versorgung und Anpassung eines
Geräuschgenerators durch den Hörgeräteakustiker sowie die
Vermittlung ortsnaher TRT-Teams in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Tinnitusliga e.V., unterstützen die ambulante Nachversorgung über
den stationären Reha-Aufenthalt hinaus
Therapieprozess; Definition,
Durchführung
Der chronisch komplexe Tinnitus kann
für den Betroffenen in zweierlei Hinsicht eine starke Belastung
darstellen, die im sog. Gesamtschweregrad eine i.e.S. noch
undifferenzierte Einheit darstellt:
Dabei handelt es ist sowohl um die a) Intensität der Lautheit an
sich, die als Stressor wahrgenommen wird, als auch b) um
psychisch/emotionale Begleitsymptome in Form von Ängsten,
Ohnmachts- und Hilflosigkeitsgefühle, Depressionen etc.
Diese unterschiedlichen Belastungsgrade werden herausgestellt und
mit Hilfe kognitiv-verhaltenstherapeutischer Verfahren sowie
Möglichkeiten zur Stressbewältigung und Entspannungsübungen gezielt
bearbeitet bzw. präventiv versorgt. Begleitend hierzu wird das von
Dr. Tomas Svoboda und Dr. Arnd Stein entwickelte
Regulationstraining zur unterstützenden Tinnitusbewältigung als
Selbsthilfeübungsprogramm in den Behandlungsprozess
integriert.
Der Therapieprozess gestaltet sich sowohl in Einzel- als auch
Gruppensitzungen, worin mit Rücksicht auf die Patienten
individuelle Problemkonstellationen (Einzelsitzungen) bearbeitet
werden; in Gruppensitzungen erfolgt der themenzentrierte
kontinuierliche Austausch mit anderen Betroffenen, eine
Wissensvermittlung und Kenntniserweiterung bzgl. der
Tinnitussymptomatik, sowie die Erarbeitung von
Problembewältigungsstrategien.
Der Therapeutische Prozess strukturiert sich über:
Der Durchführung
psychologisch/psychotherapeutischer Arbeit (Therapieprozess) liegen
Kognitiv-verhaltenstherapeutsche Verfahren zu Grunde und ergeben
sich aus einer qualifizierten Aus- und Weiterbildung der
Therapeuten. Angemessene Entspannungsverfahren ( wahlweise AT,
PMR), Körperwahrnehmungstraining sowie eine allg. Gesundheitslehre
im Rahmen präventiver Gesundheitsförderung vervollständigen die
Interventionen im Sinne einer positiven
Tinnitusbewältigungsstrategie.
Die Arbeit gestaltet sich interdisziplinär und im regelmäßigen
Austausch mit Ärzten und Pflegedienst, ggf. Therapeuten anderer
Anwendungsbereiche und orientiert sich in seiner Gesamtheit am
Wohle der Patienten. Die psychologische Betreuung kann in Abklärung
individueller Notwendigkeit erweitert bzw. verkürzt werden!
Ziel und Zweck der Arbeit ist es, die o.a. Belastungen einer
möglichen Begleitsymptomatik zu reduzieren, mindestens aber,
entsprechend der individuellen Gegebenheiten des Patienten,
angemessen zu bearbeiten sowie Stressbewältigungs- und
Orientierungsstrategien anzuregen und einzuüben. Durch die
Erarbeitung und Einleitung rationaler sowie realistischer
Bewusstseinprozesse können im Sinne einer 'Kognitiven
Umstrukturierung'( = Umschulung des Gehirns) die belastenden
Wahrnehmungen des Tinnitus im Hinblick auf seine
Bewältigungsmöglichkeiten günstig beeinflusst werden. Lebensfreude
und Lebensqualität können neu aktiviert und entfaltet werden. Da
Tinnitus als Symptom und nicht als Krankheit gewertet wird, wird
keine "Heilung" des Tinnitus angeboten sondern das Ziel, Tinnitus
seine Wichtigkeit zu nehmen und ihn in die normalen Alltagsbezüge
zu integrieren.
Ziel unserer Arbeit im Stimm- und Sprachheilzentrum besteht in der Verbesserung folgender Funktionseinschränkungen:
Funktionseinschränkungen bei Kommunikation durch eingeschränkte Stimmgebung z. B. Heiserkeit/Behauchtheit der Stimme nach Lähmungen einer oder beider Stimmlippen, nicht fein abgestimmter beidseitiger Stimmlippenbeweglichkeit, Z. n. Teilentfernung des Kehlkopfes, psychische Beeinträchtigung.
Funktionseinschränkungen bei Kommunikation durch nicht mögliche Stimmgebung:
Aphasie psychogen bedingt oder nach Laryngektomie (gleich Kehlkopfentfernung).
Funktionseinschränkungen der Kommunikation durch eingeschränkte Artikulation, Änderungen der normal gesunden Physiologie des Vokaltraktes, z. B. nach Operationen im Nase/Mund- und/oder Rachenbereich, Lähmungen/Muskelverspannungen im Vokaltrakt, an der Zunge, psychische Beeinträchtigungen.
Funktionseinschränkungen des Schluckens durch Z. n. Operationen/Lähmungen an der Zunge, am Gaumen, am Rachen, psychische Beeinträchtigungen als posttraumatische Belastung, Depression/Anpassungsstörung etc.
Kommunikationseinschränkungen durch Redeflussstörung bei Stottern/Poltern, hereditärbedingt/falsche Sprechvorbilder/posttraumatisch bedingt.
Sicherheit in der Atmung zu schaffen und Angst bei VCD zu entkräften.
Medizinisches Krankheitskonzept:
Es geht um Muskellockerung des gesamten Körpers und besonders des
Nacken-Schulterbereichs. Der Rehabilitand wird im Rahmen einer
krankengymnastischen HWS-Schultergymnastik und einer ihm/ihr
zusagenden Sportart wie Qi gong/Feldenkrais- oder
Muskeltraining/Nordic Walking diesem Ziel zugeführt. Über
logopädische/Atem-, Sprech- und Stimmtherapie wird in möglichst
täglicher Einzelarbeit und zusätzlich auch Gruppentherapie eine
ökonomische Atem-, Stimm-, Sprech- ggf. auch Schlucktechnik
angebahnt. Bei Kehlkopflosen wird versucht, eine
Speiseröhrenersatzstimme anzubahnen. Abhängig von der Diagnose wird
der/die Patient/in geschult, auch allein zusätzlich an einem
modernen Stromgerät speziell für die Stimm- und Schluckarbeit
entwickelt, zu arbeiten. Über die Weitergabe von
Stressbewältigungstechniken und der psychologischen,
kognitiv-verhaltenstherapeutischen Einzelarbeit werden
Belastungsverstärkende Haltungen entkräftet. Psychodynamisch wird
bei Vorliegen einer Depression diese über einen standardisierten
Fragebogen bewertet und der entsprechenden Therapie zugeführt. Bei
sehr hoher Belastung wird nach Vorstellung bei einem Neurologen und
Psychosomatiker im Haus die Indikation zur Teilnahme an einer
allgemeinen Gruppe, die in der Abteilung für Neurologische
Psychosomatik in der entsprechenden Abteilung läuft, gestellt.
© 1997- Wicker-Gruppe |
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Aktualisiert am 27.01.2010